Die Afrikanische Schweinepest (ASP)

Seit 2007 breitet sich die ursprünglich auf Afrika begrenzte Afrikanische Schweinepest, kurz ASP, auch auf dem europäischen Kontinent aus. 2014 war sie bereits in den baltischen Staaten und Polen zu finden, seit 2017 sind auch ASP-Fälle in der Tschechischen Republik, Rumänien und Moldawien bekannt. In den letzten zwei Jahren wurde das Virus auch in Belgien, Ungarn, China, Bulgarien, der Slowakei, Mongolei, Serbien, Vietnam, Kambodscha, Nordkorea, Myanmar, Südkorea, Philippinen, Ost-Timor, Indonesien und Laos nachgewiesen. Anfang dieses Jahres wurden in Griechenland und Indien zudem mit ASP infizierte Hausschweine entdeckt.

Das Virus wurde ursprünglich in Afrika von Lederzecken auf Haus- und Warzenschweine übertragen. Ist ein Schwein mit ASP infiziert, ist vor allem dessen Blut hochinfektiös, aber auch durch tierische Erzeugnisse oder Fleisch kann das Virus übertragen werden. Die Krankheit ist für Menschen zwar ungefährlich, spielt jedoch eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Virus. So können unsachgemäß entsorgte Schweinefleisch- und Wurstprodukte für Wildschweine gefährlich werden, denn bereits durch die Aufnahme eines infizierten Wurstbrötchens kann bei diesem die meist tödlich endende Krankheit ausbrechen. Auch mit Blut in Kontakt gekommene Jagdutensilien sollten stets gründlich gereinigt werden.

Wurde ein Schwein mit dem ASP-Virus infiziert, treten nach einer Inkubationszeit von etwa 2-7 Tagen schwere Symptome wie Fieber, Mattigkeit, Bewegungsstörungen, Futterverweigerung, Atemnot oder Durchfall auf. Auch Blutungen in Haut und Schleimhaut sind keine Seltenheit. Ein erkranktes Schwein überlebt meist nicht länger als eine Woche.
Diagnostiziert wird die ASP durch direkte Nachweise des Virus in Blut oder Organmaterial oder durch einen indirekten Nachweis über von den Tieren gebildete Antikörper.

Am 10.09.2020 wurde der erste Wildschweinkadaver in Brandenburg, nahe der deutsch-polnischen Grenze, positiv auf das ASP-Virus getestet. Seitdem sind 34 weitere ASP-Fälle in Brandenburg gemeldet worden. Bislang wurden weder Wildschweine außerhalb des ausgewiesenen Kerngebiets noch deutsche Hausschweinbestände positiv auf das Virus getestet. Dass die Afrikanische Schweinepest sich weiter ausbreitet steht jedoch für viele Experten fest. Umweltministerin Ulrike Höfken betont entschlossen, dass man das Virus durch Zäune und erhöhte Bejagung von Wildschweinen davon abhalten müsse, auch nach Rheinland-Pfalz überzusiedeln. Des Weiteren würden sich auch die ASP-Fälle in Brandenburg negativ auf rheinland-pfälzische Betriebe mit Schweinehaltung auswirken, da Deutschland von Drittstaaten wie China ohne regionale Unterscheidungen als ASP-Gebiet eingestuft werden könnte.

Das Land Rheinland-Pfalz setzt auf verschiedene Maßnahmen. Durch intensives Monitoring wurden bereits über 800 Wildschweine negativ getestet. Außerdem sollen landesweite Krisenübungen und fachlicher Austausch dazu beitragen, dass alle Beteiligten im Krisenfall wissen was zu tun ist. Das Umweltministerium hat als Präventionsmaßnahme zudem 90 km mobilen Elektrozaun und 40 km festen Zaun gekauft. Wo keine Zäune installiert werden können, soll das Schwarzwild mit Duftstoffen ferngehalten werden. Zum Maßnahmenpaket gehören auch Fallwildprämien, Kadavertonnen, Aufhebung der Schonzeit von Schwarzwild und der Einsatz von Wärmebildkameras, um Fallwild schneller zu finden.

Quellen:
Pressedienst Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Mainz, 10.09.2020
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00030315/ASP_Risikobewertung_2020-05-25.pdf
https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/klauentiere/afrikanische_schweinepest/afrikanische_schweinepest/afrikanische-schweinepest-21709.html
https://www.topagrar.com/schwein/news/35-asp-fall-bei-wildschweinen-bestaetigt-12361033.html
https://www.lgl.bayern.de/tiergesundheit/tierkrankheiten/virusinfektionen/asp/