Der Goldschakal

Mit einer Schulterhöhe von etwa 50 cm etwas größer als der einheimische Fuchs, jedoch deutlich kleiner als der mit ihm verwandte Wolf, scheint der ursprünglich aus Afrika und dem Süden Asiens stammende Goldschakal (lat.: Canis aureus) nun Europa zu erobern. Über die letzten Jahrzehnte hat sich sein Gebiet Richtung Norden erweitert. Mittlerweile sind in Europa rund 117000 Goldschakale zu finden, die Population der Wölfe wird hingegen auf 17000 geschätzt. Dass die Tiere über den Balkan, Polen oder Tschechien einwandern könnte unter anderem an dem milderen Wintern liegen. Der Goldschakal lebt gerne in unterholzreichen Wäldern oder Gebieten mit dichtem Gestrüpp. Schnee- und Niederschlagsreiche Gebiete, wie die Alpen, oder große, geschlossene Wälder werden hingegen als Lebensraum vermieden.

Goldschakale sind selten zu sehen. Der erste Goldschakal wurde 1998 in Deutschland nachgewiesen. Dass es weitere in Deutschland gibt, fand man durch Aufnahmen von Wildkameras, die eigentlich für andere Tiere aufgestellt worden waren, heraus. In Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen wurden auf diese Weise weitere Goldschakale gesichtet. Zudem wurde in Bayern 2017 ein überfahrener Goldschakal am Rand einer Autobahn gefunden. Außerdem werden immer wieder Goldschakalspuren entdeckt.

Die scheuen Tiere leben häufig in Familien von 4 bis 6 Individuen in einem 3-8 Quadratkilometer großen Territorium (um einiges kleiner als das eines Wolfs), das markiert und gegen Feinde verteidigt wird. Die Schakalpaare bleiben soweit möglich ihr Leben lang zusammen (Goldschakale werden in freier Wildbahn bis zu 8 Jahre alt). Das Leben im Rudel ermöglicht auch größere Beute bis hin zu kleinem Schalenwild und Haustieren. Jedoch fressen Goldschakale nahezu alles, was sich Ihnen bietet. Beeren, Insekten, Mais, Amphibien, Fische, kleine Säugetiere, manchmal sogar Gras. In manchen Gegenden ernähren sich die gelblich-grauen Tiere zu 40% vegetarisch.

Am Abend ist immer wieder ein heulen, ähnlich wie bei einem Wolf, zu vernehmen, jedoch ist die Stimme eines Schakals etwas höher als die seines Verwandten. Auch knurrende, winselnde oder bellende Laute kann ein Goldschakal von sich geben.

Quellen:
https://www.jagderleben.de/praxis/goldschakal-vormarsch-deutschland-711117
https://www.sueddeutsche.de/wissen/zoologie-der-goldschakal-erobert-europa-1.4317164
https://www.geo.de/natur/tierwelt/23126-rtkl-scheues-raubtier-der-goldschakal-erobert-deutschland
https://wildbeimwild.com/tierportraits/der-goldschakal/
https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/wald-und-wild/wildoekologie/der-goldschakal